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Fortbildung für Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis Rottweil

Die Feuerwehrkommandanten des Löschbezirks Schramberg, zu dem neben Schramberg auch die umliegenden Gemeinden gehören, haben sich zum Ziel gesetzt, regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen und Übungen durchzuführen. Eine dieser Veranstaltungen wurde als Fortbildung für Führungskräfte konzipiert.

Für die jüngste Zusammenkunft konnte mit Christian Emrich ein ausgewiesener Fachmann als Referent gewonnen werden. Emrich ist Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz in Freiburg sowie Kommandant der Feuerwehr Freiburg. Sein Thema lautete „Die 8-Minuten-Methode – eine Entscheidungsmethode“. Aufgrund der Bedeutung und Aktualität des Themas wurden neben den Führungskräften des Löschbezirks weitere Führungskräfte aus dem gesamten Landkreis Rottweil sowie Vertreter des DRK und des THW eingeladen.

Zu Beginn seiner zweistündigen Ausführungen ging Christian Emrich auf das in der Feuerwehr-Dienstvorschrift dargestellte Kreismodell ein, das den Führungsvorgang beschreibt. Es stellt den immer wiederkehrenden Denk- und Handlungsablauf während eines Einsatzes dar.

Der Führungsvorgang beginnt mit der Lagefeststellung und der Erkundung. Hierzu gehört auch die Kontrolle der festgestellten Lage. In der Regel erfolgt die Erkundung anhand der sogenannten „vier Seitenansichten“. Darauf folgt die Planung mit Beurteilung und Entschluss. Dabei gilt es, Prioritäten zu setzen, verschiedene Möglichkeiten abzuwägen und daraus einen Entschluss abzuleiten. Den Abschluss bildet die Befehlsgebung – entweder als allgemeiner Auftrag oder als konkreter Befehl. Anschließend beginnt der Führungsvorgang erneut und der Kreislauf setzt sich fort.

In seinen weiteren Ausführungen machte Emrich deutlich, dass der technologische Wandel immer schneller voranschreitet und damit auch die Feuerwehren vor neue Herausforderungen stellt. Entwicklungen, die früher über viele Jahre hinweg stattfanden, können heute innerhalb kürzester Zeit neue Einsatzsituationen und Anforderungen schaffen. Als Beispiel nannte er unter anderem die Elektromobilität.

Ein wesentliches Ziel der Führung im Einsatz sei es, „vor die Lage zu kommen“. Die Einsatzleitung müsse versuchen, die vorhandene Komplexität zu erfassen, zu strukturieren und durch geeignete Maßnahmen den Einsatzverlauf aktiv zu beeinflussen.

Dabei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. So können Stress, fehlende Informationen und eine zunächst unbekannte Situation die Entscheidungsfindung erschweren. Gleichzeitig kann sich eine Einsatzlage dynamisch entwickeln, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Auch die Routine und Erfahrung der Führungskraft sowie die persönliche Tagesform und die Tageszeit können Einfluss auf die Entscheidungsfindung haben.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Komplexität von Einsatzlagen. Ziel der Führung müsse es sein, eine Krisensituation mit hoher Komplexität und entsprechend hohem Führungsbedarf Schritt für Schritt zu bewältigen und wieder in eine beherrschbare Notfallsituation, eine Störung und schließlich in den Regelbetrieb zu gelangen.

Als praktisches Hilfsmittel stellte Emrich eine Methode zur Problemlösung vor, mit der sich komplexe Einsatzlagen strukturieren und priorisieren lassen. Dabei können zunächst drei konkrete Ziele und drei Nichtziele festgelegt werden. Ergänzend kann auf einem Zeitstrahl dargestellt werden, wie sich die Lage voraussichtlich entwickeln wird. Dabei werden der schlechteste, der wahrscheinlichste und der beste Fall betrachtet.

Mit diesen Werkzeugen soll es der Führungskraft ermöglicht werden, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Entscheidungen zielgerichtet zu treffen und damit möglichst schnell „vor die Lage“ zu kommen.

Der interessante und praxisorientierte Vortrag dauerte rund zwei Stunden und bot den anwesenden Führungskräften zahlreiche Anregungen für die eigene Führungsarbeit. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kommandant Volker Hils aus Dunningen. Die Begrüßung übernahm der stellvertretende Kreisbrandmeister Markus Fehrenbacher.

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